Mein persönlicher Weltuntergang

 

Passend zum heutigen Tag soll es einen Artikel über eine Industrie-Ruine geben. Und was könnte dem Weltuntergang näher kommen, als eine post-apokalyptisch anmutendes, verfallenes Industriegelände?!

Vorgestern hatte ich einen Tag unter der Woche frei. Schon seit längerem schleppe ich so einige Foto Ideen mit mir rum. Zu häufig sind diese Ideen in jüngster Vergangenheit dem „forschen“ von Kamera Equipment wegen liegen geblieben. Doch nun gibt’s keine Ausreden mehr.

Also alles eingepackt. Film *check*. Mittelformat – Zenza Bronica – mit zwei Objektiven *check*. Kleinbild – Leica M – mit zwei Objektiven *check*. Belichtungsmesser *check*. Leichtes Gepäck also eigentlich.

Dann ging’s los. Als Ziel hab ich eine alte Idee ausgekramt. Nach einer kleineren Tour mit dem Auto und einem Fußmarsch durch den Wald war ich da.

 

Unheimlich… dieses einsame verlassene und langsam in sich verfallende Gelände mit einer Industrieruine im Hintergrund hat mich an Stalker erinnert. Nicht das Spiel, sondern der Film. Schon vor dem Gebäude lagen umgestürzte Bäume im Weg. Beim Versuch dort drüber zu klettern, lag ich fast in den Farnen die hier scheinbar überall wuchsen. Auf dem Weg zum Gebäude hatte ich ein mulmiges Gefühl und plötzlich sah ich auch jemanden. Was tun? Warten und anschließend weitergehen.

 

Von der Rückseite des Geländes stößt man zunächst auf einen kleinen See. Hier wurde ursprünglich wohl Ton ausgegraben. In dem See selbst wachsen neben einer Hausruine inzwischen Bäume. Fast schon idyllisch, wenn da nicht die Halle im Hintergrund wäre.

 

Auf dem Weg zur Halle machte schließlich die Batterie meines Belichtungsmessers schlapp. Mit einer Ersatzbatterie in der Tasche hatte ich zunächst keine Bedenken. Bis sich schließlich rausstellte, dass besagte Ersatzbatterie auch schon leer war. Alle Belichtungen im Haus entstanden damit auf Basis reiner Schätzungen. Ohne Strom ging’s also weiter.

besagte Technik wollte nicht mehr…

Und auch ohne Belichtungsmesser. Irgendwann vor der Halle.

 

Das Industriegebäude steht nach Online Quellen schon seit den 70ern leer. So auch mein Eindruck im Gebäude. Da ich alleine unterwegs war, habe ich mich lediglich im Erdgeschoss aufgehalten. Und schon dort waren einige Stolperfallen durch leere Aufzugsschächte und freigelegte Rohrkanäle vorhanden.

 

Es ist wahnsinn zu sehen wie die Zeit sich ihr Territorium zurückerobert. Einen befestigten Boden gibt es im Erdgeschoss schon lange nicht mehr. Stattdessen überall herabbröckelnder Beton.

 

Auch nachträglich eingesetzter Sandstein wurde inzwischen durch das Wasser ausgewaschen.

 

Alle Bilder in diesem Artikel wurden auf Kleinbild aufgenommen. Der Film war ein Kodak Tri-X und die Kamera eine Leica M.
Die Mittelformatbilder folgen sobald ich sie entwickelt habe.

 

In diesem Sinne wünsche ich euch allen ruhige, schöne Feiertage und einen guten Rutsch ins neue Jahr!

Christoph

 

4 Comments

  1. by Christian on 21. Dezember 2012  14:26 Antworten

    Sehr schöne Ausarbeitung der Bilder! Die Kontraste gefallen mir!

    • by Christoph on 21. Dezember 2012  14:29 Antworten

      Dank Christian! Und dabei war ich zuerst mal skeptisch was die Kontraste und das Korn angeht. Schließlich liest man über Rodinal in Kombination mit Tri-X nicht viel gutes. Pressekombination wird diese Mischung häufig getauft. Meine Erwartungen hat's auf jeden Fall erfüllt :)

  2. by Christian on 21. Dezember 2012  14:35 Antworten

    Ich find' das Korn grade für den Anlass passend! Hab grade gezählt, das 12te Bild gefällt mir am Besten :-)
    Probier' bei Zeiten mal den Spürsinn HCD-2, dass ist mein absoluter Lieblingsentwickler.

  3. by Uli Esch on 21. Dezember 2012  20:27 Antworten

    Kontraste und Korn finde ich hier absolut passend! Eine tolle Serie!

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